•  
  •  

Ballettgeschichte


Das uns bekannte heutige Ballett hat eine lange Geschichte. Seinen Anfang fand es in der Renaissance. Die reichen Fürsten unterhielten ihre Gäste mit Aufführungen, bei denen ihre Untertanen tanzten, sangen und Musik spielten.

Catherine de Medici, Mitglied der florentinischen Herrscherfamilie, brachte diese Unterhaltungsform nach Frankreich, als sie 1547 dort Königin wurde. Das 1581 aufgeführte „Le Ballet Comique de la Reine“ ist das erste Ballett, dessen Partitur erhalten ist. Es enthielt neben Tanz auch Gesang und gesprochene Verse, und wurde wie damals üblich von Laien getanzt. Durch dieses Ballett wurde Paris zum Zentrum der Ballettwelt.

1661 festigt Ludwig XIV. diese Stellung, indem er die Académie Royale de Danse gründete. Dies war die erste solche Schule und somit auch der Anfang des professionellen Balletts. Wegen der gründlichen Schulung entwickelten die französischen Tänzer Fähigkeiten, die zuvor unerreichbar gewesen waren.

Anfangs waren alle Tänzer männlich und Frauenrollen wurde von maskierten Männern getanzt. 1681 durften erstmals auch Frauen auftreten.

 Im 18. Jahrhundert wurden die opulenten Kostüme, die bis dahin diverse Unterröcke und Reifen beinhaltet hatten, allmählich leichter und der Rolle angepasst. So kürzte Marie Camargo 1727 ihre Röcke und Marie Sall trat in „Pygmalion“ 1734 in einer griechischen Toga auf.

Die wohl bedeutendste Entwicklung im 18. Jahrhundert wurde aber durch Jean Georges Noverres Briefe über die Tanzkunst und das Ballett herbeigeführt. Er beklagte sich, dass es den Tänzern zu sehr darum ginge, ihre Technik vorzuführen. Das führe dazu, dass sie den wahren Sinn des Balletts, das Erzählen einer Geschichte, vernachlässigten. Er forderte sie dazu auf, die prunkvollen Kostüme, die Masken und Perücken ein für alle mal abzulegen und die Geschichte nur noch mit ihrem Körper und ihren Bewegungen auszudrücken.

Ungefähr zu dieser Zeit kam als neue Technik der Spitzentanz auf. Allerdings hatte man damals noch keine gehärteten Spitzenschuhe, sondern stabilisierte die normalen Schuhe mit Garn. Durch diese neue Art zu Tanzen erschienen die Tänzerinnen federleicht, wie nicht von dieser Welt.

Diese Entwicklung geschah parallel zur Entstehung des romantischen Balletts, welches mit der Uraufführung von „La Sylphide“ 1832 aufkam. Marie Taglioni trug darin erstmals das romantische Tutu, ein Kleid mit Korsett und Tüllröcken bis knapp übers Knie. In „Giselle“, einem weiteren romantischen Ballett, wurde 1841 das weisse Tutu von Carlotta Grisi getragen, womit es endgültig zum romantischen Ballett gehörte.

Paris blieb während der ersten Hälfte des 19. Jh. Das Zentrum der Ballettwelt. Aber viele dort ausgebildeten Tänzer verbreiteten ihr Können in die ganze Welt. Ein ganz wichtiger dieser Gruppe war Marius Petipa, der sich dem russischen Ballett in St. Petersburg anschloss. Unter seiner Leitung entstanden berühmte Ballette wie „Schwanensee“, „Dornröschen“ und „Der Nussknacker“.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es eine Renaissance des Balletts, welche unter anderem durch die Gründung der Ballets Russes durch Sergei Diaghilev ausgelöst wurde. Die Choreographen der Ballets Russes, u.a. Michael Fokine und George Balanchine, legten die Grundsteine für das moderne Ballett.

Nach Diaghilevs Tod 1929 wurden die Ballets Russes aufgelöst. Die Tänzer strömten in alle Welt und beeinflussten dort das Ballett. George Balanchine zum Beispiel reiste nach Amerika und entwickelte dort seinen eigenen Tanzstil. Er choreographierte viele Werke, bei denen es nicht darum ging, eine Geschichte zu erzählen sondern eine Stimmung auszudrücken oder die Musik zu zelebrieren.

 Heute gibt es eine grosse Vielfalt an Ballettstücken, da Klassiker (wie z.B. Schwanensee) und auch ganz neue Produktionen aufgeführt werden.