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Leitbild



Von Eliane Benz, Schulgründerin, Lehrerin und Coreographin und Sandra Foucault, Lehrerin und Cristiana Egli, Lehrerin



Die Zielsetzung des Ballettunterrichtes am Zürcher Kinderballett-Theater ist die Vermittlung von klassischem (russischem) Ballett an interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene beiden Geschlechts. Im Mittelpunkt steht dabei Tanz, Bewegung, Sport, Körperbewusstsein, Kunst und Ausdrucksfähigkeit.

Ob Ballett als Hobby oder Beruf, es muss seriös erlernt und trainiert werden, sowohl körperlich wie mental. Ein guter Aufbau ist unabdingbar, denn nur auf ein solides, präzises Fundament lassen sich komplexe Abläufe aufbauen. Ballett ist ideal auch für das Erlernen von anderen Sportarten, da im Ballett Körpergefühl und Koordination zur Höchstform ausgebildet werden.

Für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene, sehen wir Ballett als ideales Hobby ― aus körperlichen, mentalen und sozialen Gründen. Der Körper wird ganzheitlich erlebt und trainiert. Ziel ist eine gesunde Haltung, eine gut trainierte Muskulatur und ein biegsamer, geschmeidiger Körper. Begonnen wird mit einfachen Bewegungen, nach und nach folgen immer komplexere Bewegungsabläufe, deren Präzision im Zentrum steht. Dies fördert die SchülerInnen in Kraft und Ausdauer, ebenso in Koordination, Konzentration und Rhythmik.

Im täglichen Arbeiten mit unseren SchülerInnen ist für uns ein gutes, liebevolles Arbeitsklima von zentraler Bedeutung. Deshalb versuchen wir an unserer Schule eine Atmosphäre von gegenseitigem Vertrauen, von Toleranz, Respekt und Freundschaft zu schaffen.

Da Ballett und Bühne untrennbar zusammengehören, tanzen wir in der Aula Rämibühl alljährlich ein Ballettmärchen vor Publikum. In den Proben und bei den Aufführungen gelingt es vielen unserer SchülerInnen, den Alltag für eine Weile zu vergessen. Es gefällt ihnen, bei den Aufführungsproben in eine Rolle zu schlüpfen, einmal jemand anders zu sein. Nebenbei kann dies den jungen Leuten helfen, neue Aspekte ihrer Persönlichkeit zu entdecken und zu festigen. Viele Kinder und Jugendliche geniessen es auch, dass im Theater andere Regeln gelten, dass für einmal nicht die Leistung im Vordergrund steht, sondern Kreativität und Originalität. So finden auch all jene einen Platz, die mit anderweitigem Leistungsanspruch in der Schule etc. Mühe habe. Ein Kind fühlt sich wohler in einer schauspielerischen Rolle, ein anderes dreht lieber Pirouetten. Auf der Bühne lassen sich Nischen für alle finden.

An unserer Schule legen wir grossen Wert auf Gruppenzusammenarbeit. Eine Ballettaufführung besteht immer aus der Summe aller Einzelteile, aus dem Zusammenwirken aller Beteiligten. Bereits bei den Proben lernen die TänzerInnen sehr rasch, dass dies nur mit Einsatz und Übernahme von Verantwortung funktioniert. Sie wissen, dass das Erscheinen an abgemachten Proben auch etwas mit Fairness den andern gegenüber zu tun hat, dass Proben nur Sinn machen, wenn alle erscheinen, dass niemand ausgegrenzt werden darf, dass sie nur gemeinsam erfolgreich sein können. Liebevoll helfen sich die TänzerInnen in den Garderoben und hinter der Bühne gegenseitig beim Kostümieren und Frisieren. Die Kleinen bewundern die SolistInnen und fiebern mit ihren Vorbildern mit. Die Älteren kümmern sich um den rechtzeitigen Einsatz der Jüngeren. Gemeinsam wird geplaudert, gelacht, geweint, getröstet und gefeiert. In diesem Sinn wird an unserer Schule auch die soziale Kompetenz gefördert, eine Qualität, welche die Kinder sicher auch in ihrem späteren Leben gut gebrauchen können!

Tanz ist für uns Ausdruck von Lebensfreude, unabhängig, ob man ihm die Form von Ballett oder eine andere gibt. Es ist ein uraltes Bedürfnis der Menschheit zu tanzen und dies möchten wir auch bei den Kindern wecken und mitgeben, so dass ihnen der Tanz und die Musik immer bleibt auf all ihren Wegen.

Unsere Schule soll eine grosse Familie sein. So kann es manchmal wichtiger sein, mit einem Kind zu reden, als den Spagat zu üben. Jedes Kind soll einen Platz in unseren Herzen finden. Es ist für uns höchstes Kompliment von ehemaligen Schülern zu hören, dass unsere Schule die zweite Familie war oder dass sie bei uns Durchhaltewillen, Ausdauer, sicheres Auftreten, Selbstbewusstsein und Freundschaften pflegen gelernt hätten. In dem Sinne wünschen wir allen Kindern bei uns ein erfülltes Lernen.